Strukturierte Befundung aus Zuweisersicht

Strukturierte Befundung aus Zuweisersicht

Eine Umfrage unter überweisenden ÄrztInnen zeigt, dass auch diese die Vorteile der strukturierten Befundung zu schätzen wissen. Angehende RadiologInnen sollten daher schon frühzeitig an die Standardisierung herangeführt werden.

  • Datum:
    27.11.2018 0 Kommentare
  • Journal:
    J Am Coll Radiol. 2018 May;15(5):772-775
  • Titel:
    Structured Reporting in the Academic Setting: What the Referring Clinician Wants
  • Autor:
    Lather JD
    Zur Originalstudie

In bisherigen Studien zu strukturierter Befundung kamen meist nur RadiologInnen oder ihre zuweisenden KollegInnen aus dem Krankenhaus zu Wort. Jason D. Lather und KollegInnen, University of Toledo Medical Center, Ohio/USA, zeigten nun anhand einer Umfrage unter niedergelassenen ZuweiserInnen, dass auch diese Vorteile in der strukturierten Befundung sehen.

Methode

Die Zielgruppe wurde per E-Mail eingeladen, einen fiktiven Fall anhand eines herkömmlichen und eines strukturierten Befundbericht zu beurteilen. Zu bewerten waren die Lesbarkeit und der klinische Nutzen.

Ergebnisse

Insgesamt nahmen 218 überweisende Ärztinnen an der Umfrage teil. Gleichgültig, ob es sich um ÄrztInnen mit wenig, mittlerer oder großer Berufserfahrung handelte – rund 70% von ihnen bescheinigten der strukturierten Befundung eine bessere Lesbarkeit und um die 50% einen höheren klinischen Nutzen. Fast 40% waren jedoch auch der Meinung, dass der klinische Nutzen herkömmlicher und strukturierter Befundberichte als gleichwertig anzusehen sei.

Fazit

Die Kommunikation zwischen RadiologInnen und überweisenden niedergelassenen ÄrztInnen könnte durch die Verwendung strukturierter Befundvorlagen erleichtert und verbessert werden. Eine strukturierte Befundung ist auch im Sinne des US-amerikanischen Akkreditierungsrats für medizinische Hochschulbildung (ACGME – Accreditation Council for Graduate Medical Education) und des American College of Radiology (ACR).

Trotzdem hapert es bisher an standardisierten Vorlagen und einer flächendeckenden praktischen Umsetzung. Jason et al. schlagen daher vor, die strukturierte Befundung bereits zu einem Element der radiologischen Ausbildung zu machen. Erfahrene RadiologInnen sollten hier unterstützend wirken.

biho/ktg
27.11.2018

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