Systematisches Review zu extrakolonischen Befunden

Systematisches Review zu extrakolonischen Befunden

C-RADS-Kriterien helfenbei der klinischen Einstufung extrakolonischer Zufallsbefunde und senken damit die Häufigkeit weiterführender Untersuchungen.

  • Datum:
    06.09.2018
  • Journal:
    AJR 2018;211(1):25-39
  • Titel:
    Extracolonic Findings at CT Colonography: Systematic Review and Meta-Analysis
  • Autor:
    Pickhardt JP et al.
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Extrakolonische Zufallsbefunde in der CT-Kolonographie (CTC) verunsichern PatientInnen unnötig.

Perry J. Pickhardt von der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health, USA, und KollegInnen verglichen in einer Meta-Analyse die prozentuale Häufigkeit weiterführender Untersuchungen wegen extrakolonischer Befunde in Studien mit C-RADS (CT Colonography Imaging Reporting and Data System) und ohne C-RADS-Einstufung.

Methode

In den Literaturdatenbanken PubMed und MEDLINE fanden alle CTC-Studien vor Juli 2017 Berücksichtigung, die die (englischen) Suchbegriffe „CTC“, „virtuelle Koloskopie“, „extrakolonische Befunde“, „Zufallsbefunde“ und „unerwartete Befunde“ enthielten. 

In die Auswertung flossen alle Artikel ein, die die extrakolonischen Befunde nach potentiell klinisch irrelevant und relevant einteilten – ob mit oder ohne C-RADS – Anwendung. Anschließend berechneten Pickhardt et al. den prozentualen Anteil klinisch relevanter Befunde mit dadurch ausgelösten weiterführenden Untersuchungen. Auch die Studienheterogenität wurde berechnet.

Ergebnisse

44 CTC-Studien mit insgesamt fast 50.000 TeilnehmerInnen kamen in die Endauswertung. Die Detektionsrate extrakolonischer Malignome lag bei 0,3-2,5%, ohne signifikanten Unterschied bei Anwendung der C-RADS-Einteilung. 21 Studien bewerteten die extrakolonischen Befunde anhand der C-RADS Kriterien.

18 Studien mit insgesamt fast 25.000 PatientInnen enthielten Daten zu weiterführenden Untersuchungen wegen extrakolonischer Zufallsbefunde. Die Rate an Folgeuntersuchungen in diesen Studien lag bei 4,0%. Wurde die C-RADS-Einteilung verwendet, sank die Untersuchungshäufigkeit auf 2,5%, ohne diese standardisierte Klassifizierung stieg sie auf 6,4%.

Das Studiendesign der eingeschlossenen Studien unterschied sichsignifikant: Die Heterogenität betrug I2 = 95% (p<0,01).

Fazit

Bei der CT-Kolonographie sind extrakolonische Zufallsbefunde selten, fassen Pickhardt et al. zusammen. Mit der C-RADS-Einteilung lassen sich solche Befunde in klinisch irrelevant und potentiell relevant einstufen. Mit diesem standardisierten Vorgehen werden unnötige Folgeuntersuchungen vermieden,

biho/ktg
06.09.2018