Biologisch abbaubarer Stent soll Komplikationen verringern

Biologisch abbaubarer Stent soll Komplikationen verringern

Einen Stent aus dem bioresorbierbaren Spurenelement Zink entwickeln derzeit Ärztinnen, Ärzte und Forscher des Universitäts-Herzzentrums Freiburg / Bad Krozingen (UHZ) gemeinsam mit Ingenieuren.

  • Datum:
    06.08.2019
  • Autor:
    B. Waschow (mh/ktg)
  • Quelle:
    Universitäts-Herzzentrum Freiburg / Bad Krozingen

Das Material des innovativen Stents wird – anders als bisher eingesetzte Materialien – vom Körper nicht als Fremdkörper erkannt und ist besser sichtbar. Es wächst schneller in die Gefäßwand ein als ein herkömmlicher Stent und ist innerhalb von zwei Jahren vollständig abgebaut. Dadurch könnte eine dauerhafte Medikamenteneinnahme entfallen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat nun entschieden, die Entwicklung und klinische Erprobung für drei Jahre mit rund zwei Millionen Euro zu fördern. Davon gehen rund 640.000 Euro für die klinische Machbarkeitsstudie an das UHZ.

Zink nicht als Fremdkörper wahrgenommen

„Zink wird als Spurenelement vom Körper gebraucht und nicht als Fremdkörper wahrgenommen. Deshalb dürfte die Abstoßungsreaktion des Körpers – und damit die Komplikationsrate – deutlich geringer sein als bei herkömmlichen Stents“, sagt der Leiter der klinischen Studie, Prof. Dr. Christoph Hehrlein vom UHZ.

Im Projekt BioZ-Drug Eluting Stent, welches das UHZ und die optimed GmbH aus Ettlingen gemeinsam durchgeführen, sollen die neuen Stents eingehend vorklinisch geprüft werden. Im letzten Teil des Projekts soll eine klinische Pilotstudie klären, für welche Patienten die neuen Stents besonders geeignet sind.

Stents sollen sich während des Gefäßwachstums auflösen

Besonders für Kinder und Jugendliche mit Gefäßproblemen könnten die neu entwickelten Stents ein großer Fortschritt sein. Denn aufgrund des Gefäßwachstums werden klassische Implantate aus nicht-abbaubarem Material wie Cobalt-Chrom irgendwann zu klein und müssen stationär unter Röntgen-Durchleuchtung aufwendig nachgedehnt werden. „Da sich die neuen Stents im Laufe der Zeit vollständig zersetzen, behindern sie das Wachstum der Gefäße nicht. Dadurch bleibt den Kindern im besten Fall ein weiterer Eingriff erspart“, so Hehrlein.