Studie zum Einfluss der Tomosynthese auf das Brustkrebs-Screening

Studie zum Einfluss der Tomosynthese auf das Brustkrebs-Screening
Digitale Tomosynthese der Brust: Studien zeigen, dass spikulierte, also "sternförmige" Herdbefunde (Pfeil) mit Hilfe der Tomosynthese leichter diagnostiziert werden können (©IKR)

Große Studie zum Mehrwert der digitalen Brust-Tomosynthese gegenüber der digitalen Mammographie im Mamma-Screening geplant.

  • Datum:
    11.06.2018
  • Autor:
    T. Bauer (mh/ktg)
  • Quelle:
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Führt die Verbesserung digitaler Techniken zur Früherkennung von Brustkrebs auch zu Effizienzsteigerungen im Mammographie-Screening? Diese Frage steht im Fokus eines groß angelegten Forschungsprojektes der Radiologie am Universitätsklinikum Münster: In der ToSyMa-Studie wird geprüft, ob die technische Weiterentwicklung der digitalen Mammographie zum Schichtbildverfahren (Digitale Brust-Tomosynthese) den derzeitigen Standard der zweidimensionalen mammographischen Brustuntersuchung im Screening voranbringt.

80.000 Teilnehmerinnen

Geplant ist, 80.000 anspruchsberechtigte Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die sich für eine Teilnahme am Screening entschieden haben, für die Datenerhebung zu gewinnen. Die von einem interdisziplinären Team der Universität Münster entwickelte diagnostische Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Die Teilnehmerinnen bei ToSyMa werden randomisiert entweder der Gruppe mit Standard-Mammographie zugewiesen oder der Gruppe mit Tomosynthese und daraus errechneter, synthetischer Mammographie. In beiden Gruppen werden die Entdeckungsraten von Brustkrebs sowie die Häufigkeiten der Abklärungsdiagnostik miteinander verglichen.

Startschuss im Juni 2018

Die Untersuchungen sollen über einen Zeitraum von zwölf Monaten an 17 Screening-Einheiten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erstellt werden. Der Startschuss für ToSyMa fällt noch im Juni 2018: Mehr als 200.000 entsprechende Schreiben werden verschickt.

Erste Ergebnisse 2020 erwartet

„Mit der Weiterentwicklung der digitalen Mammographie zur Brust-Tomosynthese steht eine Technologie zur Verfügung, die durch die Berechnung dreidimensionaler Datensätze potenzielle Gewebeüberlagerungen in der Brust reduziert und daher diagnostische Vorteile bieten kann. Erste Ergebnisse aus ToSyMa werden Ende 2020 erwartet, abschließende im Jahr 2023“, sagt Prof. Walter Heindel, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie (IKR) der Uniklinik Münster.