Therapie für nicht-onkologische Lungenerkrankungen gesucht

Therapie für nicht-onkologische Lungenerkrankungen gesucht
Prof. Danny Jonigk (©MHH/Kaiser)

Zielsetzung des MHH-Forschungsprojekts 'XHaLe' ist ein kurativer Ansatz für bisher unheilbare Lungenerkrankungen. Die EU fördert mit zwei Millionen Euro.

  • Datum:
    04.06.2018
  • Autor:
    S. Zorn (mh/ktg)
  • Quelle:
    Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Derzeit sterben pro Jahr in Europa rund eine halbe Millionen Menschen an Lungenerkrankungen, die keine Krebsleiden sind – darunter COPD, Lungenfibrose, Lungenentzündung und starkes Asthma. Bisher können Medikamente diese Erkrankung zwar zum Teil in ihrer Entwicklung verlangsamen, aber nicht heilen. Als letzte Therapiemöglichkeit bleibt den Betroffenen nur eine Lungentransplantation.

Das ‚Hanover experimental lung research project‘ (XHaLe) von Prof. Dr. Danny Jonigk, Institut für Pathologie der MH Hannover, will das ändern und nach kurativen Ansätzen dieser Erkrankungen suchen. Dafür erhält er Fördermittel von rund zwei Millionen Euro von der Europäischen Union im Rahmen des Förderprogramms ‚Consolidator Grant des European Research Council (ERC)‘.

Jonigk und Team werden in den kommenden fünf Jahren 700 kranke Lungen untersuchen, die im Rahmen von Transplantationen den Patienten entnommen werden. Untersucht wird insbesondere der Mechanismus der Fibrosierung, der im Zentrum des Krankheitsgeschehens steht. Bei diesem Prozess spielen Makrophagen eine Schlüsselrolle. Diese Zellen sollen mit Hilfe der sogenannten Genschere so verändert werden, dass sie den Krankheitsverlauf aufhalten beziehungsweise rückgängig machen können. Langfristig sollen diese Makrophagen den betroffenen Patienten per Infusion oder Inhalation in therapeutischer Absicht verabreicht werden können.

Enge Zusammenarbeit praktizieren Jonigk und Kollegen mit der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie sowie mit der Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie sowie der Pneumologie.